Bayer präsentiert innovative Forschungsprojekte im Bereich MS

Donnerstag, Dezember 4, 2008 15:40
Posted in category Aktuelles

"Bayer Schering Pharma gilt ausdrückliches Lob
für sein vorbildliches Engagement, die klinische Forschung in Deutschland
zu unterstützen", betonte Prof. Hans-Peter Hartung, Düsseldorf. Mit der nun
ins Leben gerufenen Forschungswerkstatt Multiple Sklerose (MS) bietet Bayer
ambitionierten Wissenschaftlern eine Plattform, um ihre innovativen Studien
zu präsentieren. Wie Dr. Jörg Czekalla, Leiter Medizin,
Immunologie/Neurologie, im Rahmen der Forschungswerkstatt betonte, sind
durch die Kooperation der neurologischen Forschung mit dem
Entwicklungsbereich für radiologische Kontrastmittel und molekulare
Bildgebung bei Bayer Schering Pharma Synergien entstanden, die für die
Prognose vieler ZNS-Erkrankungen wie auch für MS entscheidend sind.

Die Vielfalt der im Rahmen der Forschungswerkstatt präsentierten Studien
umfasste alle relevanten Forschungsrichtungen der Neuroimmunologie und MS.
Während ein Teil der Vorträge auf die Diagnostik von MS fokussierte und die
derzeit immer ausgefeilteren Methoden vorstellte, um einen Blick in das
Gehirn zu ermöglichen, widmeten sich andere Vorträge der Entwicklung von
neuen Biomarkern. Mit Hilfe dieser Marker könnte es zukünftig möglich sein,
den Patienten maßgeschneiderte Therapiestrategien zu offerieren. Zahlreiche
weitere Forschungsprojekte beschäftigen sich mit den für die Lebensqualität
oft entscheidenden MS-Symptomen wie Fatigue, Kognition und Depression.
Diese Symptome, die bei einem Teil der Patienten bereits zum Zeitpunkt der
Diagnose vorhanden sind sollten - so das Credo der Wissenschaftler - bei
der symptomatischen Therapie stärkere Berücksichtigung finden.

Pleiotrope Wirkmechanismen von IFN beta-1b
Besondere Beachtung fanden die unter Vorsatz von Prof. Ralf Gold, Bochum,
und Prof. Patrick Oschmann, Bayreuth, vorgestellten Studien zu den
pleiotropen Wirkmechanismen von IFN beta-1b. So wies Frau Dr. Sabine Cepok,
München, nach dass IFN beta-1b auf den für die Remyelinisierung äußerst
relevanten Leucemia Inhibitory Factors (LIF) einen besonders ausgeprägten,
um das Dreifache höheren Effekt besitzt als IFN beta-1a. Dieser neurotrophe
Faktor fördert die Proliferation von Oligodendrozyten bzw. ihren
Vorläuferzellen und verhindert deren Apoptose.

In Einklang damit stehen Untersuchungen von Prof. Martin Stangel, Hannover,
die einen proliferationsfördernden Effekt von IFN beta-1b auf
Oligodendrozyten belegen. "Während die Seren unbehandelter MS-Patienten die
Proliferation von gemischten Gliazellen hemmen, kann IFN beta-1b diesen
Effekt teilweise umkehren," folgerte Stangel. Die Arbeitsgruppe um Prof.
Bernhard Hemmer, München, zeigte, dass eine Subgruppe der T-Zellen - die
CD8+CD56+ T-Zellen - unter IFN beta-1b gezielt supprimiert wird. "Diese
T-Zellen können möglicherweise Neurone, Oligodendrozyten oder weitere
CD56-positive Zielzellen über einen direkten Kontakt schädigen", vermutet
Hemmer.

Dass IFN beta-1b diese Schädigung verhindert, kann laut Hemmer
möglicherweise als neuroprotektiver Effekt gewertet werden. Zugleich wird
die suppressive Kapazität regulatorischer T-Zellen, die für die
Toleranzerhaltung von Immunprozessen sehr relevant sind, laut Dr. Tjalf
Ziemsen, Dresden, unter IFN beta-1b signifikant erhöht. PD Dr. Alexander
Dressel, Greifswald, bestätigte durch seine Studie, dass sich das
Zytokinmuster unter IFN beta-1b in Richtung Antiinflammation verschiebt.
Auch die stabilisierende Effekt von IFN beta-1b auf die Blut-Hirn-Schranke
trägt maßgeblich zum Therapieerfolg bei. Prof. Bernd C. Kieseier,
Düsseldorf, wies nach, dass IFN beta-1b die für die Migration bedeutenden
Metalloproteasen (MMP) differenziert moduliert, wodurch sich die
Permeabilität der Blut-Hirn-Schranke vermindert.

Betaferon®: Wirksamkeit und das gute Sicherheitsprofil hervorragend belegt
Während die vielfältigen Wirkmechanismen von Interferon beta-1b (IFN-beta,
Betaferon®) noch heute Gegenstand der Forschung sind, sind Wirksamkeit und
das gute Sicherheitsprofil von IFN beta-1b seit längerem hervorragend
belegte, betonte Prof. Hemmer. "Die mit Betaferon® durchgeführte
BENEFIT-Studie ist nicht nur äußerst gelungen, sondern zugleich die erste
und bislang einzige prospektiv geplante Studie, die einen langfristigen
Nutzen von frühem Therapiestart in Bezug auf die Verzögerung von CDMS und
McDonald MS gezeigt hat", hob Prof. Bernhard Hemmer, hervor. Die
Fünf-Jahresdaten belegen eindeutig den anhaltenden Nutzen einer frühen
Therapie. So wird das Risiko, an einer klinisch gesicherten MS zu
erkranken, durch die Behandlung mit IFN beta-1b sofort nach dem ersten
Schub über fünf Jahre hochsignifikant um 45 Prozent gesenkt. Noch nach fünf
Jahren wiesen nahezu neun von zehn Patienten (88,9 Prozent) nur minimale
Behinderungen (EDSS < 2,5) auf.

Alemtuzumab - ein bisher einmaliger Therapieeffekt
Mit Alemtuzumab, einem humanisierten Antikörper gegen CD52 aus der Pipeline
von Bayer Schering, wird sich das Therapiespektrum zur Behandlung von MS in
naher Zukunft vermutlich entscheidend erweitern. "Mit Alemtuzumab zeigte
sich bereits in der Phase II-Studie ein bisher einmaliger Therapieeffekt",
informierte Frau Dr. Brigitte Stemper, Berlin. Das Risiko für Schübe wurde
unter Alemtuzumab gegenüber IFN beta-1a signifikant um 74% reduziert und
auch bezogen auf die Zunahme der Behinderung erwies sich Alemtuzumab
gegenüber der aktiven Vergleichssubstanz als signifikant überlegen. Der
sich derzeit in der klinischen Prüfung befindende Antikörper bindet an das
CD52-Antigen, das insbesondere auf der Oberfläche von B- und T-Zellen
exprimiert wird. Bayer Schering rechnet für das Jahr 2011 mit der Zulassung
von Alemtuzumab.

Über Bayer Vital
Bayer Vital ist die deutsche Vertriebsgesellschaft der Bayer HealthCare AG.
Sie konzentriert sich auf das Ziel, in Deutschland innovative Produkte in
Zusammenarbeit mit den Partnern im Gesundheitswesen zu erforschen und
Ärzten, Apothekern und Patienten anzubieten. Die Produkte dienen der
Diagnose, der Vorsorge und der Behandlung akuter und chronischer
Erkrankungen sowohl in der Human- als auch in der Tiermedizin. Damit will
das Unternehmen einen nachhaltigen Beitrag leisten, die Gesundheit von
Mensch und Tier zu verbessern. Mehr über Bayer Vital steht im Internet:
www.bayervital.de

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beschrieben hat. Diese Berichte stehen auf der Bayer-Webseite www.bayer.de
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Meldung von: Bayer Schering Pharma

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